Was ist Hypnosepsychotherapie?
(Quelle: zitiert nach einem Text auf www.oegatap.at)
- Hypnosepsychotherapie ist ein Psychotherapieverfahren, dessen positive Wirkungen auf Psyche und Körper in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen nachgewiesen wurde. Hypnose und Trance sind die ältestesten Therapieverfahren der Welt. Schon im Altertum wurde dem bewusst herbeigeführten Tiefschlaf eine besonders heilende Wirkung zugeschrieben.
- Die Hypnosepsychotherapie nutzt das in Ihnen innewohnende Potential durch Arbeit mit einem veränderten Bewußtseinszustand. Der hypnotische Zustand selbst ist ein Zustand erhöhter Aufmerksamkeit und Konzentration, die Intensität der Trance bestimmen Sie selbst in Kooperation mit Ihrem Unbewussten.
- In der hypnoanalytischen Arbeitsweise erlangen Sie Selbsterkenntnis und problemverursachende frühere und (früh)kindliche Erlebnissen aufarbeiten.
- Durch den sehr wertschätzenden und ressourcenorientierten Zugang von Hypnose und Selbsthypnose bahnen Sie sich rasch Zugänge zu Ihren eigenen Ressourcen: innere Gelassenheit, Sicherheit und Kraft zu finden und aufzubauen, um Lösungsschritte zu entwerfen und in Trance ganz einfach zu erproben.
- In Hypnose helfen Ihnen kreative und verspielte Teile Ihres Unbewußten, neue Wege und Möglichkeiten zur Problemlösung und zur persönlichen Weiterentwicklung zu finden. Dadurch können Sie Fehlhaltungen und festgefahrene Verhaltensmuster auflösen und innere Potentiale leichter verfügbar machen.
Hypnose ist eine moderne Therapie- und Heilmethode ohne Pendel und Manipulation.
Ein Expertengespräch mit Dr. Hans Kanitschar, Lehrtherapeut der ÖGATAP, zitiert nach einem Interview im Standard vom 24. Mai 2007.
derStandard.at: Viele schreckt das Bild des willenlos Weggetretenen ab. Was steckt tatsächlich hinter der Hypnose?
Kanitschar: Man muss vor allem einmal Fehlerwartungen korrigieren. Diese falschen Meinungen stammen zumeist aus Shows und Bühnenhypnosen, denen wir sehr kritisch gegenüberstehen. Da werden Menschen zumeist willenlos dargestellt und zur Belustigung missbraucht. Davon grenzen wir uns ab. Für uns ist Hypnose eine Heilmethode, die zum Wohl des Menschen eingesetzt wird.
derStandard.at: Wie wird eine Hypnosesitzung dann erlebt?
Kanitschar: Man bleibt als KlientIn bewusst und hat die Kontrolle wie schnell und wie weit man sich auf einen Tranceszustand einlässt. Das heißt es gibt keinen Kontrollverlust. Der Zustand wird bewusst auf innere Vorgänge konzentriert.
derStandard.at:Ist der Zustand der Hypnose erforscht?
Kanitschar: Die neuesten Forschungen haben gezeigt, dass der Zustand der Hypnose sich sowohl vom Wachzustand als auch vom Schlaf unterscheidet. Das lässt sich anhand eines EEG nachweisen.
Bei der Hypnose finden sich im Unterschied zum Wach- und Schlafzustand eine sehr deaktivierte Hirnrinde mit Theta- und Delta-Wellen und eine hohe Aktivierung im Frontalbereich, im Stirnbereich und zum Teil in den Schläfenlappen. Diese Bereiche sind für die Steuerung und Kontrolle zuständig und im Schlaf nicht aktiv. Man kann sagen die Hypnose ist eine Art paradoxer Wachtraum. Es wird ein inneres konzentriertes Erleben in einer entspannten Wachheit möglich.
derStandard.at: Wie erfolgreich ist die Hypnosetherapie bei der Raucherentwöhnung?
Kanitschar: Man muss allgemein gesprochen sagen: Man kann niemandem einen Erfolg versprechen. Jeder reagiert anders und ist individuell verschieden. Und es gibt keine Garantien.
Ich behandle nur Menschen die wirklich bereit und motiviert sind. Das ist die Grundvoraussetzung. Wenn die eigene Willenskraft, die eigene Bereitschaft nicht da ist, kann auch die Hypnose nicht helfen. Deshalb kläre ich zuerst die Bereitschaft und die Motivation ab.
derStandard.at: Wie kann man sich, wenn die Motivation stimmt, die Behandlungen vorstellen?
Kanitschar: Der Ablauf einer Hypnose ist nicht für alle gleich, aber es sind bestimmte Phasen enthalten. In der Phase einer Trance, in der man sich sehr ruhig, gedankenfrei und wohlfühlt, ermöglichen Suggestionen eine positive Beziehung zum Körper und zu den Organen aufzubauen, insbesondere zur Lunge.
derStandard.at: Wie kann man den Zustand der Trance erreichen?
Kanitschar: Man sitzt sich in zwei Meter Abstand gegenüber. Der Klient schaut auf einen Punkt, entspannt sich und hört mir zu. Im Zustand der Trance kann er den Körper anders fühlen und anders erleben. Die Empfindungen des Rauchens werden zurückgedrängt und durch neue positive Empfindungen des Nichtrauchens belegt. Durch posthypnotische Suggestionen können zusätzlich Entzugserscheinungen zurückgedrängt werden. Das können Gier, Unruhezustände, Nervosität oder Schwitzen sein. Diese Erscheinungen sollen hintangehalten werden und das funktioniert recht gut.
derStandard.at: Das ist die Phase der Suggestion. Was folgt danach?
Kanitschar: Nach der Suggestion geht es um den Aufbau eines positiven Selbstbildes als Nichtraucher oder Nichtraucherin. Also zukunftsbezogen ein positives Lebensgefühl zu entwickeln. Dazu ist die Hypnose besonders gut geeignet, da man sich selbst in der Hypnose fast real erleben kann. Es entstehen Erfahrungen und Veränderungen, die den Schritt zB endgültig das Rauchen aufzugeben sehr erleichtern.
derStandard.at: Hört man nach diesen Sitzungen sofort auf?
Kanitschar: Da gibt es grundsätzlich zwei Typen: Für die einen ist es geeigneter sofort aufzuhören. Für die anderen ist eine schrittweise Reduktion deutlich besser.
derStandard.at: Warum sprechen manche gar nicht auf Hypnose an?
Kanitschar: Das kann mit dem Selbstbild zu tun haben: Wenn zum Beispiel das Rauchen an eine geliebte Person erinnert. Dann ist es eine Verbindung, die man nicht so einfach lösen kann. Das muss man schrittweise angehen und ins Positive führen. Und manchmal muss man daran auch psychotherapeutisch arbeiten. Anders ist das bei einer kurzen Raucherbehandlung, rein mit Hypnose als Technik. Da mache ich maximal fünf Sitzungen.
derStandard.at: Abgesehen von der Raucherentwöhnung: Bei welchen Indikationen ist die Hypnosetherapie erfolgreich?
Kanitschar: Zum Beispiel bei Psychosomatischen Beschwerden wie Schmerzpatienten. Da ist die Hypnose besonders gut indiziert, weil sie Körpervorgänge gut beeinflussen kann. Das ist ein weites Feld. Auch in Kombination mit medikamentösen Therapien. Wir kennen das ja von Zahnärzten, die mit Hypnose arbeiten. Diese können auf Anästhetika zum großen Teil verzichten. Aber auch Angstzustände und Panikattacken, neurotische Erscheinungen wie Zwangsneurosen, Depressionen und Persönlichkeitsstörungen sind gut behandelbar.
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